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Äsop ArtikelÄsop (auch Aesop, Aisop, Aisopos oder Äsopos) war ein berühmter griechischer Dichter phrygischer Herkunft (siehe auch Phrygien) von Fabeln und Gleichnissen und lebte um 600 v. Chr..
Äsop praktizierte die in dem ganzen Altertum beliebte Kunst, praktische Lehren der Lebensweisheit in sinnbildliche Erzählungen (Fabeln, Gleichnisse) einzukleiden. Er soll aus Phrygien stammen und als Sklave mehreren Herren gedient haben, bis ihn der Samier Iadmon freiließ.
Angeblich kam er dann an den Hof des Königs Krösos, dessen Vertrauen er in solchem Maß gewann, dass er ihn zu mehreren Gesandtschaften benutzte; auf einer derselben nach Delphi wurde Äsop von den dortigen Priestern wegen Gotteslästerung ermordet.
Was von seiner Hässlichkeit und Eulenspiegelhaftigkeit gemeldet wird, ist auf Rechnung späterer Erfindungen zu schreiben. Sein Name wurde in der Folgezeit zu dem Gattungsnamen für die Fabeldichtung überhaupt.
Äsops Fabeln erhielten sich in prosaischer Form lange ca. durch Tradition in mündlicher Überlieferung des Volks; eine Sammlung der Fabeln soll zuerst Demetrios Phalereus um 300 v. Chr. vorgenommen haben.
Die verschiedenen auf uns gekommenen Sammlungen Äsopischer Fabeln sind teils späte prosaische Auflösungen der Bearbeitung des Babrios in Choliamben (siehe Choliambus), teils Produkte der Rhetorenschulen aus verschiedener Zeit und von verschiedenem Wert.
Lokalisiert wird er in Ionien, in Samos.
Aesops Fabeln oder auch die "Aesopischen Fabeln" sind uns aus der Antike ca. in der metrischen Bearbeitung des Babrios, Phädrus und Avianus in Form lateinischer Verse bekannt. Die europäische Fabeldichtung geht auf Aesop zurück, nicht auf ähnliche Erzählungen mit Gleichnischarakter, die bereits in dem Alten Orient ungefähr 3 Tausend v. Chr. erzählt worden sind. Erst in dem 13. Jahrhundert wurden die europäischen Fabeln, nach ihrer Entfaltung in dem Mittelalter, wieder mit indisch-arabischem Gut bereichert. Lessing berief sich beim Schreiben seiner Fabeln in dem Rahmen der Aufklärung auf Aesop.
Bei den Aesopischen Fabeln handelt es sich um mythische und säkulare Tiergeschichten, die als Gleichnis in Erscheinung treten. Die angesprochenen menschlichen Schwächen sind nie außergewöhnlich: Neid, Dummehit, Geiz, Eitelkeit usw.. Handlungsträger sind Tiere, Pflanzen, gar Götter oder bekannte Menschen der Zeit.
Sicheres über die Person des Aesop ist nicht bekannt, da von ihm selber fast ca. legendenhaft und sagenumsponnen, fast mythisch bereichtet wird.
Da Fabeln in Griechenland, etwa von Hesiod oder Archilochos, zu mündlichen Kultur des Volkes eher niederer Abkunft, nicht des Adels, gehörten, wird vermutet, dass Aesop, ähnlich wie sein Publikum, ein Mann des Volkes gewesen ist.
Das Geschehen in den Aesopischen Fabeln hatte für die Menschen seiner Zeit eine unmittelbar einleuchtende Aussage oder aber eine behutsam, in Form einer Allegorie verpackte Bedeutung. Aesops Stoffe und Figuren stammen aus dem Horizont des kleinen Mannes in dem Griechendland des 6. Jahrhunderts v. Chr..
Ähnlich wie bei Lessing, der sich auf Aesop berief, werten, urteilen und demaskieren Aesops Fabeln zwar, vernichten oder verdammen aber nicht. Die Moral ist eher indirekter Natur. ==Literatur==
- Reinhard Dithmar: Existenz- und Gesellschaftskritik in der Fabel von Äsop bis Brecht. In: Die Schulwarte, 1/1971.
- Kindlers Literaturlexion: Band V, Zürich 1985.
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Äsop ist auch der Name des angeblichen Verfassers einer romanhaften Geschichte Alexanders des Großen, welche um 300 n. Chr. von einem Julius Valerius unter dem Titel: "Res gestae Alexandri Macedoms translatae ex Aesopo Graeco" in das Lateinische übersetzt worden ist. Später wurde jedoch das griechische Original in der Pariser Bibliothek entdeckt, wo Kallisthenes als Verfasser genannt ist.
Dieser Artikel basiert auf Public-Domain-Text aus Meyers Konversationslexikon, 4. Auflage von 1888-90. Der Wissensstand von damals kann inzwischen überholt sein. Wenn Sie der Meinung sind, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dann kann dieser Hinweis aus dem Artikel gelöscht werden.
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